AKTUELL - 7 Hertz

19. 12. 2013
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Ich dachte sofort an die Bermudas und an fliegende Holländer..

Ein Dorf, wo die Gehwege mit Marmor gepflastert und die Uferpromenaden mit einer aufwändigen Verkleidung verziert sind ..
Jede armselige Hütte hat ein originelles Design..
Springbrunnen und traumhafte Innenhöfe.
Doch dann muss etwas passiert sein,
Jetzt steht überall und an allem «Zu verkaufen».
Die Menschen sind weggefahren, gegangen, weggeflogen
Keine Partys mehr, keine Cafés, die zur Nachtzeit geöffnet sind
Zwar sind noch einige Hotels in Betrieb, aber auch da wird es schwieriger
Dort treffen sich einsame, langweilige Nudisten..
Die Einsamkeit hat ihre Berechtigung — zu reden wäre wegen des Windes unmöglich.
Er war immer da und er wird immer tosen…
Auch die Wellen.

Ich will euch etwas erzählen.
Wo immer ich hinkomme, mache ich einen local pub ausfindig.
Auch hier fand ich einen. Vielleicht too local, weil bereits ab sechs Uhr abends niemand mehr stehen kann.
Einer der «horizontalen Helden» - Steve aus Amsterdam, erzählte mir, dass er an diesem Schreckenstag schon am Morgen betrunken war und dass er sich an nichts mehr erinnert außer an das Herzklopfen und an den Wunsch, sich unter dem Bett zu verkriechen..
An diesem Tag nämlich kam die WELLE.
Alle, die im Dorf geblieben sind, erzählten mit ungefähr dasselbe.
Von früh an wehte kein Wind.
Das allein war ein Wunder!
Die Menschen drängten hinaus in die Gassen, um über die Sache zu diskutierten, und dann geschah etwas Merkwürdiges: alle hatten belegte Ohren, und die Menge flüchtete von der Küste in die Berge. Nur die Kinder schienen nichts zu spüren, sie wurden dennoch mitgezerrt.
Abends kehrten alle wieder nach Hause zurück, aber schlafen konnte keiner.
Am nächsten Tag ging alles von Neuem los..
Sie schoben es auf die Geister, auf die Winde aus Afrika und dergleichen Spuk.
Eine Woche lang wurden keine Fische gefangen und die Leute reisten nach und nach ab..
Steve ist dort wohnen geblieben - «Der Kaffee, Anton, 50 Cent!..»
Er hatte erfahren, was ich beruflich mache und er nahm mich mit, um mir das Theater zu zeigen..
Mir gefiel das «Theater» wie auch alles sonst, was in diesem Dorf übrig geblieben war.
Der Wind dröhnt wie früher in den Ohren, und Arthur und David sind gewiss überzeugt, dass es der Ozean war, der auf diese Weise mit ihnen gesprochen hat.

 

Ein Haus auf der InselFelsenEin Haus auf der InselWarten...
TheaterDas BootDas DenkmalWellen hören nicht auf zu schlagen

 

Text: Anton Adassinsky
Übersetzung: Rainer Jäckel
Fotos: Elena Yarovaya, Anton Adassinsky

 

DEREVO + Filme von AKHE in Hellerau, Dresden im Dezember 2013

19 & 20 - KASPEROL PARADOX - Premiere!
21 & 22 -Schneeflocken II, Aufführungen von DEREVO Studenten und jungen Tänzern
26, 27 & 28 - ONCE…