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BEVOR DIE BLÄTTER FALLEN von Arsenij Tarkowskij / Перед листопадом. Арсений Тарковский

13. 04. 2010, 23:57 | by DEREVO
Все разошлись. На прощанье осталась
Оторопь жёлтой листвы за окном,
Вот и осталась мне самая малость
Шороха осени в доме моём. .

Выпало лето холодной иголкой
Из онемелой руки тишины
И запропало в потёмках за полкой,
За штукатуркой мышиной стены.

Если считаться начнём, я не вправе
Даже на этот пожар за окном.
Верно, ещё рассыпается гравий
Под осторожным её каблуком.

Там, в заоконном тревожном покое,
Вне моего бытия и жилья,
В жёлтом, и синем, и красном - на что ей
Память моя? Что ей память моя?

Alle sind fort. Zum Abschied geblieben
Ist mir der gelben Blätter Gebraus,
Nur dies Geringste ist mir geblieben,
Herbstliches Rascheln vor meinem Haus.

Sommer entglitt, eine eiskalte Spitze,
Leise der Stille gefühlloser Hand,
Hinters Regal in die finsterste Ritze,
Wo Mäuse rascheln hinter der Wand.

Draußen vorm Fenster der glutrote Brand
Wäre er mein noch, wenn ich darum stritte?
Sicher zerstreut noch ihr Absatz den Sand
Bei jedem ihrer zaghaften Schritte.

Im ruhlosen Schweigen draußen vorm Haus,
Wo ich nicht mehr bin, im bunten Treiben,
Im Blau, Rot und Gelb. - Was macht es ihr aus,
Was bedeutet es ihr, dass ich an sie denke?

Арсений Тарковский. Стихи разных лет.
Москва, “Современник” 1983.

Moskau, “Sowremennik” 1983

Übersetzung: Rainer Jäckel

 

 

Positive Band

“Wse rasoschlis…” (Alle sind fort)

Basiert auf dem Gedicht von Arsenij Tarkowskij “Pered Listopadom” (Bevor die Blätter fallen)

Anton Adassinsky - Musik, Gitarre, Gesang
Igor Timofeev - E-Gitarre, Gesang
Nikolaj Gussev - Keyboards, Gesang
Andrej Sisintzev - Percussion, Gesang
Viktor Wirvitsch - Percussion
Alexej Rachov - Percussion, Saxophon

 

Siehe auch: Ein Brief von Sankt Petersburg »

Anmerkung des Übersetzers

04. 03. 1977, 21:05 | by DEREVO

*Anspielung auf Puschkins „Ehernen Reiter“, Vorrede, 4. Absatz:
Du, Peters Schöpfung, bist mir teuer,
Ich lieb die strenge Wohlgestalt.
Der Kais granitene Gemäuer,
Die Newa, wie sie machtvoll wallt,
Der Gitter Eisenziergeflechte,
Den mondlos blassen Dämmerschein
Deiner gedankenvollen Nächte,
Wo ich in meinem Kämmerlein
Kann ohne Lampe lesen, schreiben
Wo scharf die Schlafkonturen bleiben
Der Straßenschlucht, wo schimmernd steht
Der Pfeil der Admiralität;
Wo, dass nicht decken dunkle Schatten
Der Himmel goldgetönte Pracht,
Sich Abendrot und Frührot gatten
Und kaum ein Stündchen bleibt der Nacht.

(Übersetzung: Rolf-Dietrich Keil)

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