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AKTUELL – 17.12.2014 – Krieg

17. 12. 2014, 23:10 | by DEREVO
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Während der Proben zu „Aerokraft“ nach der Musik von Nikolaj Gussew denke ich nach über den Krieg.
Zu acht Szenen aus diesem Stück habe ich Texte verfasst.
Nach dem erneuten Lesen kam ich zu dem Entschluss, dass die Texte auch ohne das Bühnenstück von Interesse sind.
Anton Adassinsky

 

Foto - Chester Mueller

 

1
Ich liebe dich, Krieg
Wie viel Mut und Licht trägst du in dir
Wie akkurat setzt du das Tüpfelchen aufs „i“
Wie zweifelsfrei trennst du die Schlechten von den Guten
Du zeichnest klare Grenzen und entscheidest über die Geschicke von Ländern
Weckst so viel Leidenschaft und Aufschrei in den Herzen
Du sorgst dich helfend um die Frauen, die auf ihre Männer warten
Wie viel Hoffnung auf ein wunderbares Morgen keimt aus jedem Schuss und jeder Explosion
Du schenkst den Völkern Helden ohne Zahl
Mit dir will ich bis an das Ende gehen, Krieg

2
Ich hasse dich, Krieg
Du bist das Einzige, woran die Menschen sich erinnern
Du bist der Ausgangspunkt des Zählens
Was vor dir war, was nach dir ist, es ist bedeutungslos
Du bist, worauf es ankommt
Ich hasse dich, du setzt dich fest in meinem Hirn mit Namen und Daten
Zeitungen, Wunden und Elend
Ich werde im Leben nicht glücklich sein, weil du stets vor der Tür stehst und zum Leiden zwingst
Ich habe nur ein Leben, und doch ist in diesem Leben mindestens ein Krieg
Ich hasse dich, oh Krieg, ich ersehne deinen Tod

3
Mein Gott, wie listig du bist, oh Krieg
Ich werde wohl niemals begreifen, wonach dich gelüstet
Wie viele Menschen musst du noch holen
Wie viele Worte sprichst du zu deiner Rechtfertigung, wie selbstverständlich und markig sie klingen
Nach jedem Tod . tausende Lettern und Argumente, nach jedem Tropfen Blutes seitenweise Geschwätz und Lügen von Führern
Du bist erfahren, Krieg
Du überlebst uns alle, du wirst dich nur anders nennen, und weiter geht ’s
Du bist schlau und geschwätzig, Krieg
Liegst auf der faulen Haut und trinkst Likör, wo gelogen wird und entschieden
Und weit weg in den Feldern spielen Jungen in viel zu großen Uniformen Schiebepuzzle mit deinem Freund, dem Tod

4
Ich danke dir, Krieg
Du hast mir geholfen meine Probleme zu lösen
Hast mich überredet mich zu entscheiden und meinen Weg zu ändern
Du hast mein Leid fortgenommen, du hast meine Tränen getrocknet
nun muss ich mich nicht mehr quälen und nicht mehr altern
Ich bin dir dankbar, oh Krieg,
du hast mir das Leben genommen

5
Ich bin wie du, oh Krieg
Bin voller Zweifel und voll Hass
Ich muss mit dem Säbel rasseln und lasse die Muskeln spielen
Ich muss meine Lügen rechtfertigen und die Gewalt
Ich muss diplomatisch sein und voller Ränke
Auch ich werde müde und brauche Erholung und Schlaf
Auch ich halte Untätigkeit nicht lange aus
Auch ich nähre mich von Blut und von üblen Gerüchten
Und ich vergesse, wofür ich mich schlage

6
Ich bin dein Vater, oh Krieg
Du bist mein Sohn, oh Krieg
Ich bin ein Mensch, ich erzeugte dich, ich nannte dich Krieg, ich
Ich, der Mensch
Ich bin ’s, der Kriege führt
Ich bin ’s, der erschlägt und verschont
Der Kommandeure wählt und Soldaten
Ich bestimme das Ziel und den Auftrag
Kriege führen wir Menschen, und du bist der Laut auf den Lippen
Ich bin dein Vater, oh Krieg, und ich will, so wie alle Väter, dass du der beste seist
Werde groß, mein Krieg
Deine Schulter wird meine Stütze im Alter sein

7
Ohne dich kann ich nicht sein, mein Krieg
Verzeih mir, Krieg,
Dass ich deine Schönheit nicht würdige und deine Erhabenheit
Wie bist du so kalt und verletzlich
Unnahbar und ersehnt
In unseren Liedern und Büchern blüht deine Romantik
Das allein wird überdauern
Wo der Tod majestätisch ist und gerecht
Wo das Gute stets über das Böse siegt
Aber nicht für ewig, versteht sich
Es kommt wieder, das Böse
Denn die Schwerter dürfen nicht rosten
Und man möchte der Beste sein, um eines deiner Glieder zu werden, oh Krieg
Verzeih, dass ich dich nicht täglich lobpreise, oh Krieg
Denn nur du entreißt mich dem öden Dahinvegetieren
gibst mir Richtung und Ziel
Lässt mich glauben, dass Töten erlaubt ist
Endlich! Deswegen wirst du gebraucht, oh Krieg
Dass der Mensch sich den Traum erfülle: zu töten den Anderen

8
Mit welchen Worten soll ich dir, Krieg, zu verstehen geben, wie dankbar wir dir sind, dir, dem Krieg!!
Du hast uns Arbeit gegeben, Krieg!
Wir nähen Knöpfe an, gießen Kugeln
Wir zeichnen Karten und brennen Schnaps für deine Soldaten
Wir streichen mit Kakifarben
Panzer und Flugzeuge an
Stiefel und Kameras
Zielvorrichtungen und Kondome
Unterhemden und -hosen für Herbst und Sommer, für die Nacht und zum Tauchen
drucken Presseberichte
Viel, viel Arbeit
Millionen von uns sind dir dankbar für Brot und Geld, die sie heimbringen
Danke! Unsere Kinder werden nicht hungern
Du gibst allen zu tun
Darum höre nicht auf, Krieg
Denn sonst bleiben wir ohne Arbeit
Wovon sollten wir schreiben und reden, wenn es dich, Krieg, nicht gäbe
Wofür sollten wir beten, Stücke inszenieren und Lieder dichten?

Alles verliert seinen Sinn ohne dich, oh Krieg!

9
Ich vergesse dich, Krieg
Ich weiß nicht mehr, ob es das gab
ob das Sterben mir nah war
Ich sehe nun Anderes
Wie die Wolken ziehen und das Leben hüpfend vorbeirollt
Wie die Kinder aufwachsen. Die den Krieg nicht erleben werden
Weil ich mit dir Freundschaft hielt, Krieg, weil du der letzte warst
Du warst alt, mein Krieg, lebtest von dem Gedenken an große Schlachten
Du verstehst dich nicht auf hinterhältige Kriegführung
Mittels Lügen, Gold und Erdöl

Bist gebrechlich geworden, mein Krieg
Wir hatten Spaß zusammen, alter Opa Krieg
Ich wollte dir ein Bein stellen, sehen, wie du verreckst
Wollte den letzten Mord in der Welt begehen
Ich wollte dich töten, Krieg

10
Ich danke dir, Krieg
Du hast mir geholfen meine Probleme zu lösen
Hast mich überredet mich zu entscheiden und meinen Weg zu ändern
Du hast mein Leid fortgenommen, du hast meine Tränen getrocknet
nun muss ich mich nicht mehr quälen und nicht mehr altern
Ich bin dir dankbar, oh Krieg,
du hast mir das Leben genommen

11
Du bist schmutzig, Krieg
Du machst hinter dir nicht sauber, Krieg
Du lässt Unrat zurück und Essensreste
Verdreckte Erinnerungen in den Köpfen
Abgegriffene Fotos
Ruinen und alte Bomben
Du machst hinter dir nicht sauber, Krieg, in unseren Köpfen
Bleiben Schreie und Trennungen
Briefe und Rauch
Du willst, dass wir alles noch wissen
Überall hinterlässt du Erinnerungen
Kehre hinter dir auf, Krieg, in den Straßen und Städten
Wasche die Flüsse
Verbrenne die Knochen und überflute die Friedhöfe
Gib den Verstümmelten Arme und Beine zurück
Setzte die Augen ein
Und mach, dass wir dich vergessen
Denn du bist ein Zauberer, Krieg
Mache, dass jeder, der deinen Namen ausspricht, oh Krieg
Seine Hände vor sein Gesicht schlägt und so bleiben muss bis zum Tode

12*
Wo bist du, Kraft
Die alles wegspült vom Gesicht der Erde
Feigheit und Lüge
Raub und Mord
Wo bist du, Kraft
Beeile dich
Sonst wird es zu spät sein
Denn wir sind schlau und kennen keine Gnade
Uns wird die Welt zu eng
Spül alle Menschen fort
Es ist keine Zeit mehr zwischen Gut und Böse zu trennen
Mag Stille sein und Reinheit
Wie im Anbeginn der Zeit
Vielleicht das nächste Mal…

* Aus dem Film «Süd. Grenze» (DEREVO, 2001)

 

Photo - Elena YarovayaMexico. Photo - Roman DubinnikovAEROKRAFT - Promo - Photo Carola FritzscheFoto - Elena YarovayaAEROKRAFT - Kollage Elena Yarovaya

 

Text: Anton Adassinsky
Übersetzung: Rainer Jäckel
Foto: Chester Mueller, Roman Dubinnikov, Elena Yarovaya, Carola Fritzsche

 

DEREVOs Dezember im Festspielhaus Hellerau, Dresden

AEROKRAFT. Premiere!!!

Sa. 20. / So. 21. Dezember 2014, 21 Uhr
Weitere Infos und Karten: http://hellerau.org/aerokraft

SNOW FLAKES III

Do. 25. Dezember 2014, 20 Uhr
Die jungen TänzerInnen und Studierenden von DEREVO stellen ihre Improvisationen vor
Weitere Infos und Karten: http://hellerau.org/schneeflocken-iii

ONCE…

Fr. 26., Sa. 27., So. 28. Dezember 2014, 20 Uhr
Weitere Infos und Karten: http://hellerau.org/once

AKTUELL - 10.05.2014 - AEROKRAFT

10. 05. 2014, 00:50 | by DEREVO
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Nikolai Gussew.
Ewig
Stark
Klug
Nikolai Gussew ist Musiker.

Am 8. April sah ich, wie er sich wunderte,
als ich sagte, dass die Tänzer Tag und Nacht proben.
Sie wissen, wie lang jedes Lied ist (zum Beispiel 4 Minuten 26 Sekunden).
Und sie kennen das Metrum (Metronom 120 oder 86)
Niemand hatte die Lieder gehört. Ich hatte es verboten.

Sie kennen dich, Kolja, sie kennen AVIA und sie vertrauen mir.

Sie werden deine Musikstücke zum ersten Mal während der Vorstellung hören.

Und ihr Auftritt war großartig!
Mein Experiment war gelungen.
Данке, Anton

 

AEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Igor AnosovAEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Elena YarovayaAEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Elena YarovayaAEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Elena YarovayaAEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Elena Yarovaya
AEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Elena YarovayaAEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Elena YarovayaAEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Elena YarovayaAEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Igor AnosovAEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Elena Yarovaya
AEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Elena YarovayaAEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Elena YarovayaAEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Elena YarovayaAEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Elena Yarovaya

 

Text: Anton Adassinsky
Übersetzung: Rainer Jäckel
Foto: Igor Anosov, Elena Yarovaya

 

NOW - 15.03.2013 - in the Middle of White

15. 03. 2013, 23:59 | by DEREVO
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I was quite full of wonder after my brief visit to Moscow to the Lumiere Gallery.

I hadn’t expected that so many people were still able to walk slowly and speak gently, to look into your eyes and even to listen to you without meddling with their iphones right in front of your face. I’m speaking of the visitors to the exhibition and to my gig there.

The exhibition Time of the Bells is a VERY GOOD one. Thank you to Nastya and all other organisers behind the scenes.

Meanwhile the DEREVO studio in Dresden has been turned into a filming location. A motion picture in progress is:

The Middle of White (working title)

Idea: Pavel Semchenko (AKHE)
Director: Pavel Semchenko
Cast: Anton Adasinsky (DEREVO)
Cameraman: Andrey Gladkikh
Assistant: Natalia Krymskaya
Producer: Pavel Semchenko

Big thanks to Elena Yarovaya and Isolde Matkey for their support with the boring administrative tasks.

We will tell nothing yet about the music. That will be a surprise.
Anton

(english text editor: Daniel Williams)

 

Pavel Semchenko & Anton Adasinsky.The Middle of White in progress.The Middle of White in progress.The Middle of White in progress.
The Middle of White in progress.The Middle of White in progress.The Middle of White in progress.The Middle of White in progress.
The Middle of White in progress.

 


 

LA DIVINA COMMEDIA - back in Dresden

Also the heavy metal performance by DEREVO is nearing:

29 – 31 March 2013 in Festspielhaus Hellerau, Dresden

The golden classic by DEREVO to be presented by the original cast & crew.

On stage:
Oleg Zhukovsky
Elena Yarovaya
Tatyana Khabarova
Anton Adasinsky

Sound: Dmitry Abramov
Light: Falk Dittrich

Tickets available On-Line via SAXTicket »

 


 

Bonus track for today’s NOW:

Anton Adasinsky performs his song Cat on Accordion from the Album DOPPIO live at Lumiere Centre in Moscow, 9th of March 2013. On stage are Alexandra, Veronika, Anton & Nikolay

Download the album DOPPIO here »

 

AKTUELL - 21.04.2011 - 3 in 1

21. 04. 2011, 22:51 | by DEREVO
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AKTUELL - Archiv

Ich, Anton Adassinsky, bin bei DEREVO für die aktuellen Texte zuständig.
Alle treiben mich an.

Da habe ich zum Beispiel über den Traum von einem Tunnel geschrieben. Daniel hat gesagt: “Es reicht nun mit diesem Roman in der ersten Person, die Leute brauchen etwas Greifbares: wir waren da und da, wollen da und da hin, haben das und das gemacht…”

Ich habe geschrieben, wo wir gewesen sind und was wir vorhaben.

Lena Iarovaia hat gesagt, dass “das auch so jeder weiß, und dass sich die Scholle mittels Wellenbewegungen im Sand eingräbt…”

Also habe ich über die Scholle geschrieben. Sie gibt sich bei mir als Larve aus.

Ich bin fix und fertig.

Kurzum, lesen Sie alles der Reihe nach. Es war einfach eine aufregende Aprilwoche.

 


 

Wir waren in St. Petersburg.

“Harlekin”, “Mephisto Waltz”, der Meisterkurs (gut besucht, ca. 60 Teilnehmer). Danach vier Tage Phantasien zum Thema “Tropfen im Ozean”.

Jetzt bin ich wieder in Dresden gelandet.

Wissen Sie, ich werde nie krank. Ich meine, ich habe nie irgendeine Grippe oder Angina. Und auf einmal – hoppla! Ich werde wach und mir ist klar, dass ich nirgendwo hin will. Ich will nicht ins Theater. Ich will Fenimore Cooper lesen … und ich will ein Thermometer … und es sagt mir, dass ich 38 ° Fieber habe.

So vergingen zwei Tage. Für mich ist das genauso, wie wenn ich mich selbst in der Zeitung lese. Ungewohnt, aber wunderbar!

Ist das der Frühling? Ja? Wirklich? Der Frühling?

 


 

In der Geschichte vom Traum in der Künstlergarderobe habe ich es nicht für nötig erachtet am Ende den Lauf durch den Tunnel zu beschreiben.

Jetzt, nach einer Woche in St. Petersburg, will ich sie fertig schreiben.

Ich habe einen Freund (ich bin zu beneiden!) Er heißt Igor Timofejew und wohnt in Oserki. Er besitzt ein Häuschen, eine Sauna und achtundzwanzig Gitarren.

Dieser Ort ist meine Höhle, und wenn ich es nicht mehr ertragen kann fremde Herzen schlagen zu hören, ziehe ich mich dorthin zurück. In die Sauna.

Dort steht alles still, was man nur aufzählen kann. Worte und Handlungen ändern und verlieren ihren Sinn. Wir unterhalten uns, aber wir kennen das Thema nicht und haben es uns auch nicht ausgesucht.

Er hatte einen Traum.

Wie er ihn erzählt hat, das gehört zur Saunasprache.

„Es stieg am Horizont auf der Himmel verfärbte sich dort scheinbar wie es sein soll und auf einmal wie gemalt unwirklich und ein großes Stück das Hemd habe ich aufgeknöpft um den Schlag zu empfangen es bleiben so zwanzig Sekunden erst kommt das Licht ich schließe die Augen dann das Geräusch und in dem Geräusch wird mir klar ich stehe und warte und dann schlägt die Druckwelle zu die Luft ist gekrümmt und gerippt ich sehe das riesige verspielte Zusammendrücken einer Ziehharmonika man könnte es anfassen und die Augen fliegen ihm entgegen und ich verstehst du!! Ich fliege durch den Atomschlag hindurch und unter mein Gestell mein Gerippe alles ist weggespült verstehst du?? Weggespült und die Augen groß aufgeblasen ungefähr fünf Meter und ich muss sie irgendwie verdrehen…“

Und ich erinnere mich wieder an den Rest meines Traums. Ich hatte ihn eigentlich nie vergessen.

Ich laufe hinter Pierrette her zur Bühne. Es ist ein langer Tunnel. Sie ist leichter, schneller, ich kann sie nicht einholen. Und ich versuche schon nicht mehr sie einzuholen, ich laufe einfach. Gleichmäßig, wie ein Uhrwerk.

Es ist ein Lauf in Richtung Bühne. Ich drücke im Laufen einen Kuss auf meine Schulter. In entgegengesetzter Richtung taucht rechts an der Wand ein riesiges „G“ auf, dann ein „N“. Mir ist klar, dass ich mir die Buchstaben einprägen muss, weil ich vom Ende der Worte aus losgegangen bin. „Wärmeregelung“. Jetzt lief ich genau auf ein rotes Leuchten zu. Es lief sich leicht. Ich lächelte, als mir bewusst wurde, dass ich auf einen Magnet zu fliege. Ich bewege die Beine, nur um mir nicht eingestehen zu müssen, dass ich fliege.

Wir legten unsere Träume zusammen. Weiter kann ich mich nicht erinnern.

Nastja sagte etwas von einem Schmetterling, der eine Blüte ohrfeigt. Wir warfen ihr vor, dass sie Männerprobleme poetisch verkläre, aber das Bild dieser Nacht fügte sich zusammen: ein Schmetterling und der hysterische Kuss einer Glühlampe…

 


 

Ode an einen Eintags-Schmetterling

Du liegst, ein Würmchen, im Kokon verborgen!
So rinnt dein Leben hin ganz ohne Eile.
Hast nie den Lenz erblickt, unnützes Wesen!
Du glaubst, du könntest ewig so verweilen!

So schön und still ist’s hier,
Ein Jahr, ein zweites,
Doch da: ein Luftzug und ein jähes Knacken!
Schrei, Würmchen! Denn so kommt der Tod!
Dein Schild zerbirst, dir graut, dich packt die Angst!
Des Schildes Trümmer trägt der Wind davon!

Bist du nun tot? Du lebst!
Was ist es dann?
Wo ist das Haus? Wo ist die dürre Enge?
Und wieder kracht es wie ein Donnerhall!

Auf deinem Rücken breiten sich zwei Flügel aus,
Schon fliegst du, und du singst!
Am Himmel zieht dein Tag dahin im Winde
Unter der Sonne dieser Welt…

Du meinst, dies sei der Tod?
Es ist das Leben!
Für eines Tages Spanne!

 


 

MEPHISTO WALTZ. Photo - Elena DolmatovaMEPHISTO WALTZ. Photo - Roman EkimovPhoto - Elena YarovayaTOTENTANZ 2011. Photo - C. Friedlander
Photo - Elena YarovayaTOTENTANZ 2011. Photo - C. FriedlanderMEPHISTO WALTZ. Photo - Elena DolmatovaMEPHISTO WALTZ. Photo - Elena Dolmatova

Text: Anton Adassinsky
Übersetzung: Rainer Jäckel
Foto: Elena Yarovaya, C. Friedlander, Lena Dolmatova, Roman Ekimov
Bilddesign: Elena Yarovaya

 


 

Im Mai hoffen Anton und die Positive Band die versprochene CD “Katze auf der Knopfharmonika” fertig zu bekommen. In der Zwischenzeit können Sie sich das neue Video von Andrej Gladkikh zum Titel “Jahreszeiten” von Andrej Sisinzev, Nikolaj Gussev und Anton Adassinsky ansehen.

 

TROPFEN im OZEAN. 21.-23. April 2011, Hellerau, Dresden

18. 04. 2011, 23:32 | by DEREVO
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in 2 Tagen geht es los…

DEREVO: DROP in the OCEAN / TROPFEN IM OZEAN / КАПЛЯ В ОКЕАНЕ
Festspielhaus Hellerau Dresden
Premiere 21. April 2011, 20.00 im Rahmen der 20. Tanzwoche Dresden
Aufführungen am 22. / 23. April 2011, 20.00 Uhr

TROPFEN IM OZEAN Uraufführung!

Bühne / Kostüme / Inszenierung DEREVO
Künstlerische Leitung Anton Adassinsky
Musikalische Leitung / Komposition Nikolai Gussev
Lichtddesign Igor Fomin
Sounddesign Daniel Williams

DEREVO mit Elena Yarovaya, Anton Adassinsky, Alexey Merkouchev und Oleg Zhukovskiy sowie aus St. Petersburg Nikolai Gusev (keyboards), Igor Timofeev (perc., guit) und Tatiana Belousova, Nadeshda Lanskaia, Anastasiya Ponomarova, Aleksei Lanskoi (Tanz).

Projektmanagement Isolde Matkey
Herstellung Kostüme Anne Frumson
Herstellung Requisiten Andrej Bobylew
Assistenz Elena Dolmatova, Ekaterina Lobanova

Technischer Leitung Kai Kaden / Produktionsleitung Andreas Lorenz
Bühnenmeister Steffen Köhler
Licht Falk Dittrich
Ton Helge Petzold, Sandro Schwertner
Bühne Peter Tirpitz, Welko Dimitrow

„In einem kleinen Städtchen lebte ein Mann Namens Petrowitsch. Er träumte davon, Gott zu begegnen. Weil aber Gott in nächster Zeit nicht vorhatte, die Erde zu besuchen, beschloss Petrowitsch, sich selbst zu ihm auf den Weg zu machen.

Und so baute Petrowitsch eine Rakete. So gut er es eben konnte. Nach Ratschlägen, nach Büchern, nach alten Fotos. Schließlich war die Rakete fertig. Und Petrowitsch richtete das letzte Abendmahl an. Auch Gäste und Freunde kamen und sie feierten drei Tage und drei Nächte lang und nochmals drei Tage. Danach wurde Petrowitsch krank. Und während er krank war, klauten die Nachbarn den Motor und die Kinder malten die Rakete mit Farbe an.

Bis er sie repariert hatte, war es Winter geworden und im Winter fliegen die Raketen nicht. Also musste er auf den Sommer warten. Damit der Rakete nichts passiert, beschloss Petrowitsch, sich in ihr einzurichten… Und er träumte in der Rakete, dass er schon weit-weit fort wäre, von den Freunden, von den Sorgen und von der Erde …“ (A. Adassinsky)

Die neue Arbeit der in Dresden beheimateten russischen Künstler ist ein bewegtes, musikalisches Bühnenstück, das sich einer interessanten Richtung widmet: der modernen russischen Folklore. Gleichzeitig ist sie ein nostalgischer Beitrag zu 50 Jahren bemannter Weltraumflug und zum 50jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft St. Petersburg – Dresden. Held der Reisen in eine gemeinsame Vergangenheit ist Petrowitsch. Er hat sein Träume nicht vergessen, baut im grauen Hinterhof noch immer an Raketen, die ihn einmal bis in den Kosmos tragen werden…


Veranstalter:
HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden.
Informationen: www.hellerau.org.


Tickets 19,- € / 10,- € an allen Dresdner Vorverkaufskassen, unter www.dresdenticket.de oder Tel. 0351-8627390.

Die Uraufführung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.
Theater DEREVO wird institutionell gefördert durch die Landeshauptstadt Dresden / Amt für Kultur und Denkmalschutz. In Kooperation mit HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden. Unterstützt durch Ostsächsische Sparkasse und die Abteilung Europäische und Internationale Angelegenheiten der Landeshauptstadt Dresden

The premiere has been supported by the Culture Foundation of the Free State of Saxony

NOW - 3.11.2010 - October that was very special

03. 11. 2010, 11:06 | by DEREVO
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It happened in some way that my arms were opened widely in October, so many things could be embraced at once.

Look on the right – there’s a book to publish,
Look on the left – there’s a CD to finish,
Go ahead – there’s a performance to create,
Think what’s behind – there’s memories to write down.

I had to put off the trousers to avoid tearing them; and the DEREVO train had to roll on three different tracks…

 


 

October 22nd: an improvisation in the Nikolayevsky Hall at the Hermitage in St. Petersburg.

Something weird is here:

 


 

Then there was a loud week (since we were laughing rather loudly) spent with the recording of the new Album by Anton and the Positive Band „Cat on Accordion“.

Something funny is here:

Nikolay Gusev & Anton Adasinsky. Photo - Nastya PonomarevaDmitry Virvich, Igor Timofeev. Photo - Nastya PonomarevaAt the recording studio. Photo - Anton AdasinskyPhoto - Nastya PonomarevaNikolay Gusev. Photo - Nastya Ponomareva
At the recording studio. Photo - Anton AdasinskyAnton in the studio. Photo - Nastya PonomarevaWorking on the Book 'Profession: Harlekin'.  Photo - Anton AdasinskyWorking on the Book 'Profession: Harlekin'.  Photo - Anton AdasinskyWorking on the Book 'Profession: Harlekin'.  Photo - Anton Adasinsky

 


 

Then the new book «Profession: Harlekin».

We won’t show you the book quite yet (it’s out on November the 4th) but from the cuttings and clippings Nastya Ponomareva could glue together a nice animation.

Here it is:

 


 

And that’s all in just 11 days!

This time I’ve spent about 20 days in St. Petersburg. This duration must be a record for my brain. Now I’m in Germany and I think about it. I think it’s not JUST some differences between the countries and people, it’s an abyss which is getting wider and deeper.

Soon we’ll not be able to understand or see each other. Hence we’ll not disturb each others’ own madness.

The live action „Cat on Accordion“ that happened in September in the courtyard of Mikhailovsky Castle in St. Petersburg requires some deeper realisation. I hope you’ll be able to see and hear what happened there soon.

 


 

Text: Anton Adasinsky
English text editor: Daniel Williams
Photo: Nastya Ponomareva, Elena Yarovaya, Anton Adasinsky
Photo design: Elena Yarovaya

Third Evidence at the Hermitage

05. 10. 2010, 20:51 | by DEREVO
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Third Evidence
Improvisation by Anton Adasinsky (Body) & Nikolay Gusev (Music).

Festival “Georges Pompidou Centre at the Hermitage”, St. Petersburg
Nikolayevsky Hall
October 10, 2010, 12:15

 


 

…just wake up early and run along the beach to the rising sun. The rustling breath sound quite like the hissing surf and you’re feeling happy because of your wet ankles…

Then the sun shines in the drops of sweat on your belly. You smile and you swim, and when you look back you see the lump of clothes on the shore…

(From one girl’s letter)

When shall I marry? // This year, next year, sometime, never. // What will my husband be? // Tinker, tailor, soldier, sailor, rich-man, poor-man, beggar-man, thief.

a counting game

…Do not swear, please! All of you are under suspicion!…

Anton Adasinsky

 

Third Evidence. Photo - Elena Yarovaya

 

“Alles ist gut!”, das Konzert. Video

11. 01. 2009, 21:42 | by DEREVO
русскийenglish

 


Kamera und Schnitt von Andrej Gladkich
Achtung! Für optimale Tonwiedergabe sind hochqualitative Lautsprecher oder Kopfhörer dringend empfohlen

 

 

Nach der kurzen Konzert-Serie “Vsjo horoscho!” (”Alles ist gut!”) entschieden sich Anton Adassinskij und die anderen Jungs das Projekt weiterzuführen, wenn das schon so gut läuft.

Im Februar und im März 2009 werden die ersten 4 Titel des neuen Albums aufgenommen.

“Korotkaja” (”Ein kurzes Lied”)
“Dengi” (”Das Geld”)
“Swesda” (”Der Stern”)
“Jego Glasa” (”Seine Augen”)

 

 

Siehe auch die Bilder aus dem Konzert »

 

DEREVO in ROCK. Концерт “ВСЁ ХОРОШО!” (ролик)

10. 06. 2008, 01:40 | by DEREVO

Ждем в гости мастеров-виртуозов:

Рома Дубинников (музыка к спектаклям «Всадник», «Однажды…». «Острова» и много ещё всего)
Николай Гусев («АВИА»)
Алексей Рахов («АВИА»)
Игорь Тимофеев - гитара, перкуссия
Андрей Сизинцев (музыка к фильму «Юг. Граница», спектаклю «LA DIVINA COMMEDIA»)
СтереоЗольдат - акции DEREVO и первая пластинка «Асфальт» с Антоном Адасинским
Ольга Арефьева
и другие

Приходите в Мюзик-Холл, 11 и 12 июня!!!

Подробнее о концерте »