DEREVO e-life

AKTUELL – 17.12.2014 – Krieg

17. 12. 2014, 23:10 | by DEREVO
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Während der Proben zu „Aerokraft“ nach der Musik von Nikolaj Gussew denke ich nach über den Krieg.
Zu acht Szenen aus diesem Stück habe ich Texte verfasst.
Nach dem erneuten Lesen kam ich zu dem Entschluss, dass die Texte auch ohne das Bühnenstück von Interesse sind.
Anton Adassinsky

 

Foto - Chester Mueller

 

1
Ich liebe dich, Krieg
Wie viel Mut und Licht trägst du in dir
Wie akkurat setzt du das Tüpfelchen aufs „i“
Wie zweifelsfrei trennst du die Schlechten von den Guten
Du zeichnest klare Grenzen und entscheidest über die Geschicke von Ländern
Weckst so viel Leidenschaft und Aufschrei in den Herzen
Du sorgst dich helfend um die Frauen, die auf ihre Männer warten
Wie viel Hoffnung auf ein wunderbares Morgen keimt aus jedem Schuss und jeder Explosion
Du schenkst den Völkern Helden ohne Zahl
Mit dir will ich bis an das Ende gehen, Krieg

2
Ich hasse dich, Krieg
Du bist das Einzige, woran die Menschen sich erinnern
Du bist der Ausgangspunkt des Zählens
Was vor dir war, was nach dir ist, es ist bedeutungslos
Du bist, worauf es ankommt
Ich hasse dich, du setzt dich fest in meinem Hirn mit Namen und Daten
Zeitungen, Wunden und Elend
Ich werde im Leben nicht glücklich sein, weil du stets vor der Tür stehst und zum Leiden zwingst
Ich habe nur ein Leben, und doch ist in diesem Leben mindestens ein Krieg
Ich hasse dich, oh Krieg, ich ersehne deinen Tod

3
Mein Gott, wie listig du bist, oh Krieg
Ich werde wohl niemals begreifen, wonach dich gelüstet
Wie viele Menschen musst du noch holen
Wie viele Worte sprichst du zu deiner Rechtfertigung, wie selbstverständlich und markig sie klingen
Nach jedem Tod . tausende Lettern und Argumente, nach jedem Tropfen Blutes seitenweise Geschwätz und Lügen von Führern
Du bist erfahren, Krieg
Du überlebst uns alle, du wirst dich nur anders nennen, und weiter geht ’s
Du bist schlau und geschwätzig, Krieg
Liegst auf der faulen Haut und trinkst Likör, wo gelogen wird und entschieden
Und weit weg in den Feldern spielen Jungen in viel zu großen Uniformen Schiebepuzzle mit deinem Freund, dem Tod

4
Ich danke dir, Krieg
Du hast mir geholfen meine Probleme zu lösen
Hast mich überredet mich zu entscheiden und meinen Weg zu ändern
Du hast mein Leid fortgenommen, du hast meine Tränen getrocknet
nun muss ich mich nicht mehr quälen und nicht mehr altern
Ich bin dir dankbar, oh Krieg,
du hast mir das Leben genommen

5
Ich bin wie du, oh Krieg
Bin voller Zweifel und voll Hass
Ich muss mit dem Säbel rasseln und lasse die Muskeln spielen
Ich muss meine Lügen rechtfertigen und die Gewalt
Ich muss diplomatisch sein und voller Ränke
Auch ich werde müde und brauche Erholung und Schlaf
Auch ich halte Untätigkeit nicht lange aus
Auch ich nähre mich von Blut und von üblen Gerüchten
Und ich vergesse, wofür ich mich schlage

6
Ich bin dein Vater, oh Krieg
Du bist mein Sohn, oh Krieg
Ich bin ein Mensch, ich erzeugte dich, ich nannte dich Krieg, ich
Ich, der Mensch
Ich bin ’s, der Kriege führt
Ich bin ’s, der erschlägt und verschont
Der Kommandeure wählt und Soldaten
Ich bestimme das Ziel und den Auftrag
Kriege führen wir Menschen, und du bist der Laut auf den Lippen
Ich bin dein Vater, oh Krieg, und ich will, so wie alle Väter, dass du der beste seist
Werde groß, mein Krieg
Deine Schulter wird meine Stütze im Alter sein

7
Ohne dich kann ich nicht sein, mein Krieg
Verzeih mir, Krieg,
Dass ich deine Schönheit nicht würdige und deine Erhabenheit
Wie bist du so kalt und verletzlich
Unnahbar und ersehnt
In unseren Liedern und Büchern blüht deine Romantik
Das allein wird überdauern
Wo der Tod majestätisch ist und gerecht
Wo das Gute stets über das Böse siegt
Aber nicht für ewig, versteht sich
Es kommt wieder, das Böse
Denn die Schwerter dürfen nicht rosten
Und man möchte der Beste sein, um eines deiner Glieder zu werden, oh Krieg
Verzeih, dass ich dich nicht täglich lobpreise, oh Krieg
Denn nur du entreißt mich dem öden Dahinvegetieren
gibst mir Richtung und Ziel
Lässt mich glauben, dass Töten erlaubt ist
Endlich! Deswegen wirst du gebraucht, oh Krieg
Dass der Mensch sich den Traum erfülle: zu töten den Anderen

8
Mit welchen Worten soll ich dir, Krieg, zu verstehen geben, wie dankbar wir dir sind, dir, dem Krieg!!
Du hast uns Arbeit gegeben, Krieg!
Wir nähen Knöpfe an, gießen Kugeln
Wir zeichnen Karten und brennen Schnaps für deine Soldaten
Wir streichen mit Kakifarben
Panzer und Flugzeuge an
Stiefel und Kameras
Zielvorrichtungen und Kondome
Unterhemden und -hosen für Herbst und Sommer, für die Nacht und zum Tauchen
drucken Presseberichte
Viel, viel Arbeit
Millionen von uns sind dir dankbar für Brot und Geld, die sie heimbringen
Danke! Unsere Kinder werden nicht hungern
Du gibst allen zu tun
Darum höre nicht auf, Krieg
Denn sonst bleiben wir ohne Arbeit
Wovon sollten wir schreiben und reden, wenn es dich, Krieg, nicht gäbe
Wofür sollten wir beten, Stücke inszenieren und Lieder dichten?

Alles verliert seinen Sinn ohne dich, oh Krieg!

9
Ich vergesse dich, Krieg
Ich weiß nicht mehr, ob es das gab
ob das Sterben mir nah war
Ich sehe nun Anderes
Wie die Wolken ziehen und das Leben hüpfend vorbeirollt
Wie die Kinder aufwachsen. Die den Krieg nicht erleben werden
Weil ich mit dir Freundschaft hielt, Krieg, weil du der letzte warst
Du warst alt, mein Krieg, lebtest von dem Gedenken an große Schlachten
Du verstehst dich nicht auf hinterhältige Kriegführung
Mittels Lügen, Gold und Erdöl

Bist gebrechlich geworden, mein Krieg
Wir hatten Spaß zusammen, alter Opa Krieg
Ich wollte dir ein Bein stellen, sehen, wie du verreckst
Wollte den letzten Mord in der Welt begehen
Ich wollte dich töten, Krieg

10
Ich danke dir, Krieg
Du hast mir geholfen meine Probleme zu lösen
Hast mich überredet mich zu entscheiden und meinen Weg zu ändern
Du hast mein Leid fortgenommen, du hast meine Tränen getrocknet
nun muss ich mich nicht mehr quälen und nicht mehr altern
Ich bin dir dankbar, oh Krieg,
du hast mir das Leben genommen

11
Du bist schmutzig, Krieg
Du machst hinter dir nicht sauber, Krieg
Du lässt Unrat zurück und Essensreste
Verdreckte Erinnerungen in den Köpfen
Abgegriffene Fotos
Ruinen und alte Bomben
Du machst hinter dir nicht sauber, Krieg, in unseren Köpfen
Bleiben Schreie und Trennungen
Briefe und Rauch
Du willst, dass wir alles noch wissen
Überall hinterlässt du Erinnerungen
Kehre hinter dir auf, Krieg, in den Straßen und Städten
Wasche die Flüsse
Verbrenne die Knochen und überflute die Friedhöfe
Gib den Verstümmelten Arme und Beine zurück
Setzte die Augen ein
Und mach, dass wir dich vergessen
Denn du bist ein Zauberer, Krieg
Mache, dass jeder, der deinen Namen ausspricht, oh Krieg
Seine Hände vor sein Gesicht schlägt und so bleiben muss bis zum Tode

12*
Wo bist du, Kraft
Die alles wegspült vom Gesicht der Erde
Feigheit und Lüge
Raub und Mord
Wo bist du, Kraft
Beeile dich
Sonst wird es zu spät sein
Denn wir sind schlau und kennen keine Gnade
Uns wird die Welt zu eng
Spül alle Menschen fort
Es ist keine Zeit mehr zwischen Gut und Böse zu trennen
Mag Stille sein und Reinheit
Wie im Anbeginn der Zeit
Vielleicht das nächste Mal…

* Aus dem Film «Süd. Grenze» (DEREVO, 2001)

 

Photo - Elena YarovayaMexico. Photo - Roman DubinnikovAEROKRAFT - Promo - Photo Carola FritzscheFoto - Elena YarovayaAEROKRAFT - Kollage Elena Yarovaya

 

Text: Anton Adassinsky
Übersetzung: Rainer Jäckel
Foto: Chester Mueller, Roman Dubinnikov, Elena Yarovaya, Carola Fritzsche

 

DEREVOs Dezember im Festspielhaus Hellerau, Dresden

AEROKRAFT. Premiere!!!

Sa. 20. / So. 21. Dezember 2014, 21 Uhr
Weitere Infos und Karten: http://hellerau.org/aerokraft

SNOW FLAKES III

Do. 25. Dezember 2014, 20 Uhr
Die jungen TänzerInnen und Studierenden von DEREVO stellen ihre Improvisationen vor
Weitere Infos und Karten: http://hellerau.org/schneeflocken-iii

ONCE…

Fr. 26., Sa. 27., So. 28. Dezember 2014, 20 Uhr
Weitere Infos und Karten: http://hellerau.org/once

AKTUELL - 05.10.2014 - Pläne und Bilder

05. 10. 2014, 11:05 | by DEREVO
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Hallo zusammen,

im Oktober 2014 könnt Ihr Anton bei diversesten Events in Sankt Petersburg erleben:

  • Herbstschule der Neuen Bühne des Alexandrinskij Theaters, 7.-10. Oktober
  • Online im BalconyTV zusammen mit der Positive Band am 7. Oktober
  • Gespräch und Improvisationsabend mit Filmausschnitten im Angleterre Kino am 11. Oktober
  • Vortrag und Vorführung zum DEREVO-System in der Michail Chemiakins Stiftung am 13. Oktober

bis dahin kann man sich auch den Dokumentarfilm “Mit Regenbogen im Herzen” von Galina Korschikowa ansehen. Die seltenen Aufnahmen aus dem DEREVO-Archiv stammen von Andrey Gladkich.

 


 

Und hier sind noch die Bilder von unseren jüngsten Projekten:

  • “WEISSE FESTUNG” in Dresden, wo ich endlich die Hauptrolle spielen konnte, denn Pawel Semtschenko war woanders beschäftigt
  • “Die Pionierenparade” beim diesjährigen Wandertheater Festival in Radebeul: Hauptsache alle amüsieren sich!
  • “Midnight Balance” beim Radebeul Festival
  • Finale Grande des gleichen Festivals: zehn tausend Holzstücke und fünf tausend Zuschauer!

 

WEISSE FESTUNG 2014. Photo - A. RummlerWEISSE FESTUNG 2014. Photo - A. RummlerWEISSE FESTUNG 2014. Photo - Silvio DittrichWEISSE FESTUNG 2014. Photo - Silvio DittrichPioneers Parade. Radebeul Festival 2014. Photo - Anton Adasinsky
Pioneers Parade. Radebeul Festival 2014. Photo - Anton AdasinskyPioneers Parade. Radebeul Festival 2014. Photo - Anton AdasinskyMidnight Balance. Radebeul Festival 2014. Photo - Elena YarovayaMidnight Balance. Radebeul Festival 2014. Photo - Silvio DittrichMidnight Balance. Radebeul Festival 2014. Photo - Silvio Dittrich
Midnight Balance. Radebeul Festival 2014. Photo - Elena YarovayaMidnight Balance. Radebeul Festival 2014. Photo - Elena YarovayaMidnight Balance. Radebeul Festival 2014. Photo - Elena YarovayaFinale Grande. Radebeul Festival 2014. Photo - Igor FominFinale Grande. Radebeul Festival 2014. Photo - Igor Fomin
Finale Grande. Radebeul Festival 2014. Photo - Igor FominFinale Grande. Radebeul Festival 2014. Photo - Igor FominFinale Grande. Radebeul Festival 2014. Photo - Igor Fomin

 

Text: Anton Adassinsky
Foto: Elena Yarovaya, Silvio Dittrich, Anton Adasinsky, Igor Fomin, A. Rummler

 

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AKTUELL - 13.08.2014 - Danke, Anja

13. 08. 2014, 23:58 | by DEREVO
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Anna Bogodist receives the Herald Angel Award. Edinburg 2012

 

Liebe Anja!
10 Jahre bist du nun unsere Managerin
zehn Jahre reisen die DEREVO-Stücke um die Welt
Projekte, Festivals, die Schule, die „Russian Seasons“ und die „Vertikale“…
10 Jahre ziehen wir dieselbe Straße
nur halb acht trennen sich für zwei Stunden unsere Wege
DEREVO betritt die Bühne, und Anja geht in den Saal…
Danke!!!
Anton Adassinsky und alle, die zu uns gehören!!

«Gewöhnlich ist das, was von anderen zu mir kommt, nicht von Dauer. Nur Strandgut, das von Schiffen an Land geworfen wird, bleibt für lange Zeit unentbehrlich.
Wenn ich im dunklen Saal stehe, auf der anderen Seite, dann wird mir bewusst, welcher Weg hinter uns liegt. Mir wird bewusst, dass alles möglich ist, wenn die Bereitschaft da ist.
Einst habe ich euch hinterher geschaut, nun fliege mit euch gleichauf.
In den Augen, oder tiefer – in den Herzen – zurückbleibend, wenden wir uns wieder um und gehen fort.
Ich unterzeichne in Liebe zu dem fremden = meinem Weg.»

Anna Bogodist, August 2014

«…und dann kam „Suicide in Progress“ (die verdreckten Petersburger Masten, Adassinsky in Schwarz, sich ins Rote entfernend) oder „La divina commedia“. Und etwas geriet in Bewegung, es erzitterte, erfüllt von Glück, und erstarrte. Du hast etwas zum ersten Mal erfahren und hast begriffen, wer du in Wirklichkeit bist. Du hast gelacht und wolltest es in allen seinen Bedeutungen hören. Und es war ungeheuer fern und nah, dass sie hier waren, inmitten des Feldes, des Abends, des Windes. Du warst nicht bereit für Mythen, Kreisen, Liebe, Katerstimmung, Historie, Märchen, Winter, Hölle, Sünden, Augen und … Und dann kam ihr „Danke“ auf Russisch, die riesige Sanduhr, das Glitzern, das ich noch immer in den Taschen habe, eilige Schritte und die mit Stolz registrierte Reaktion des Publikums, das schnelle Taxi und das Telefonat mit Katja: „Sie sind die Besten“. Du findest keinen Schlaf und sagst Danke!»

Anna Bogodist, Edinburgh, 2002

Text: Anton Adassinsky / Anna Bogodist
Übersetzung: Rainer Jäckel
Photos: Anton Adassinsky & DEREVO

 

Siehe auch die Bilder von der Probe der aktuelle Open-Air-Aktion von DEREVO: WEISSE FESTUNG. Teil II (Blind Regen) in Dresden.

Premiere morgen, den 14. Aug. 2014. Weitere Vorstellungen am 15., 16. & 17. August 2014

Konzept & Realisierung: Anton Adassinsky & DEREVO
Musik: Daniel Williams
Managerin: Isolde Matkey

 

Rehearsal. Weisse Festung. Teil II. Dresden 2014. Photo - Anton AdasinskyRehearsal. Weisse Festung. Teil II. Dresden 2014. Photo - Anton AdasinskyRehearsal. Weisse Festung. Teil II. Dresden 2014. Photo - Anton Adasinsky
Rehearsal. Weisse Festung. Teil II. Dresden 2014. Photo - Anton AdasinskyRehearsal. Weisse Festung. Teil II. Dresden 2014. Photo - Anton AdasinskyRehearsal. Weisse Festung. Teil II. Dresden 2014. Photo - Anton Adasinsky

 

 

AKTUELL - 28.07.2014 - Lernen wir einander kennen!

28. 07. 2014, 23:59 | by DEREVO
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Elena Markova & Anton Adasinsky with students. St. Petersburg 2003. Photo - Elena Yarovaya

 

“Der Stier bedient sich im Verhältnis zum Adler derselben Kraft, um ihn zu sehen und zu erkennen, wie der Adler im Verhältnis zum Stier” A. Jodorowsky, “Der heilige Berg”

“- Wie konnten Sie es wagen, das Kind zu betrügen?
- Ich kann nicht warten, bis sie erwachsen ist!”
Barmaley, “Aibolit-66”

Gute, wissende Menschen gehen von uns.
Eben ist Elena Markova von uns gegangen.
Hier ist ein Verweis auf ihre Beiträge: http://ptj.spb.ru/author/markova/ [Russisch]

Hatte jemand von euch das Glück, ihr zu begegnen? Wohl eher wenige.
Ihr zuzuhören – das waren in beruflicher Hinsicht “goldene Stunden”.

Ihre Analyse unserer Arbeiten (der Arbeiten von DEREVO) hat uns eine Niveaustufe höher gebracht. Die Gespräche und Interviews mit ihr halfen mir, mich an die Idee des “emotional Statuarischen” heranzutasten. Oder, wie wir es bei DEREVO auch nannten, den “Schreienden Obelisk”, den “Schluchzenden Stein”. Dies war der erfolgreiche Versuch, aus dem staubigen Dunstkreis des le mime statuaire auszubrechen. Wir wurden sehr stark in der Reglosigkeit…

Im persönlichen Kontakt läuft alles anders…

Uns – DEREVO – haben drei Tage Arbeit mit Grotowski mehr gegeben als alle seine Bücher und Videos.

Jodorowsky hat innerhalb von vier Stunden die Grenzen meiner Vorstellung gesprengt, mehr noch als sein “Santa Sangre”

Deshalb möchte ich, dass ihr einander kennen lernt, dass ihr euch begegnet, dass ihr die Gelegenheit nutzt, die Träger des Wissens PERSÖNLICH zu treffen…

Ich will gern den Vermittler spielen…

Hier gibt es Neuigkeiten über den Workshop im Herbst »»

Im August planen wir wieder etwas Schönes im Stadtzentrum von Dresden - „Weiße Festung II. Blinder Regen“.

Und im September gibt es eine große Improvisation auf dem Herbst- und Weinfest in Radebeul (dem Weinfest!!!).

Lena Imamova und Kolja Sapolskich arbeiten parallel und unabhängig davon an einem Band meiner Erzählungen mit dem Titel “Die Sonne im Rücken”, und Makhina Dzhuraeva und Pavel Alekhin arbeiten im Museum und in den Bibliotheken von Mikhail Chemiakin in dessen Schloss in Frankreich; unter seinem Adlerblick nehmen sie zu an Wissen und Verstand.

Und ich quäle mich in Spanien mit dem Drehbuch zu dem Film “Doppio”.

Lernen wir einander kennen!

Anton

 

Geranium in Spain. Photo - Elena YarovayaAnton Adasinsky & Prof. Elena Markova. St. Petersburg, 2002. Photo - Elena YarovayaKnecht by M. Chemiakin with P. Alekhin & M. Dzhuraeva. Photo - D. PandurskiAnton Adasinsky, Slava Polunin & Mikhail Chemiakin. Photo - Elena Yarovaya
Improvisation. Photo - Elena ImamovaPhoto - Elena YarovayaShadows of M: Chemiakin & A. Adasinsky. Photo - Elena YarovayaPhoto - Elena Yarovaya

 

Text: Anton Adassinsky
Übersetzung: Rainer Jäckel
Foto: Elena Yarovaya, Elena Imamova, D. Pandurski

 

AKTUELL - 15.05.2014 - INFERNAL BALL

15. 05. 2014, 01:02 | by DEREVO
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In diesem Jahr hat DEREVO fünf Projekte.

Ich habe sie alle auf eine Feder gesteckt.

Ich will vom Homo scribens sprechen, vom Schaffenden, der im Herzen für alle leidet.

Doch wir sind DEREVO, deshalb tun wir, wenn wir etwas tun, alles auf einen Schlag…

Danke, Jungs, dass ihr genickt habt, ohne ein Wort zu verlieren.

Denn das ist wie vom Himmel in Bajonette zu springen. In fremde Schicksale, Tode, Leiden…

Obwohl auf der Bühne alles farbenfroh ist und fröhlich… Wir haben uns auf dieses Stück einfach anders vorbereitet…

Ein Dankeschön an die Ungarn! Sobald der ungarische Tanz einsetzt, ist alles weit, weit weg…

Deshalb denke ich jetzt, dass die Antwort ist: alle stellen sich im KREIS auf, fassen sich an den HÄNDEN und der REIGENTANZ kann beginnen…

Bis wir lachend hinfallen

In diesem Moment wurde jemand geboren!

So ist es!

 

Photo - Judit HorvathPhoto - Sylvio DittrichPhoto - Judit HorvathPhoto - Posztos JanosPhoto - Sylvio Dittrich
Photo - Judit HorvathPhoto - Sylvio DittrichPhoto - Igor AnosovPhoto - Igor AnosovPhoto - Sylvio Dittrich
Photo - Igor AnosovPhoto - Sylvio DittrichPhoto - Posztos JanosPhoto - Igor AnosovPhoto - Judit Horvath
Photo - Sylvio DittrichPhoto - Judit HorvathPhoto - Judit HorvathPhoto - Posztos JanosPhoto - Judit Horvath
Photo - Judit Horvath

 

Text: Anton Adassinsky
Übersetzung: Rainer Jäckel
Foto: Judit Horvath, Igor Anosov, Sylvio Dittrich, Janos Posztos

 

 

AKTUELL - 10.05.2014 - AEROKRAFT

10. 05. 2014, 00:50 | by DEREVO
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Nikolai Gussew.
Ewig
Stark
Klug
Nikolai Gussew ist Musiker.

Am 8. April sah ich, wie er sich wunderte,
als ich sagte, dass die Tänzer Tag und Nacht proben.
Sie wissen, wie lang jedes Lied ist (zum Beispiel 4 Minuten 26 Sekunden).
Und sie kennen das Metrum (Metronom 120 oder 86)
Niemand hatte die Lieder gehört. Ich hatte es verboten.

Sie kennen dich, Kolja, sie kennen AVIA und sie vertrauen mir.

Sie werden deine Musikstücke zum ersten Mal während der Vorstellung hören.

Und ihr Auftritt war großartig!
Mein Experiment war gelungen.
Данке, Anton

 

AEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Igor AnosovAEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Elena YarovayaAEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Elena YarovayaAEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Elena YarovayaAEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Elena Yarovaya
AEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Elena YarovayaAEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Elena YarovayaAEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Elena YarovayaAEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Igor AnosovAEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Elena Yarovaya
AEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Elena YarovayaAEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Elena YarovayaAEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Elena YarovayaAEROKRAFT. DHM, Dresden, 2014. Photo - Elena Yarovaya

 

Text: Anton Adassinsky
Übersetzung: Rainer Jäckel
Foto: Igor Anosov, Elena Yarovaya

 

AKTUELL - 07.01.2014 - KASPEROL PARADOX

07. 01. 2014, 23:59 | by DEREVO
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Es ist immer schön, gute Nachrichten zu verbreiten.

Im Dezember spielten wir die Premiere von KASPEROL PARADOX im Festspielhaus Hellerau.

Mich selbst oder Pawel Semtschenko (AKHE) brauche ich wahrscheinlich nicht vorstellen aber die Studentin von DEREVO: Machina Dschuraewa lieferte eine wunderbare performance.

Großer Dank gilt auch dem Lichtdesigner Alexej Naumov.

Musik von Daniel Williams

Fotos & Kostüme von Elena Yarovaya

 

KASPEROL PARADOX. Foto: Elena YarovayaKASPEROL PARADOX. Foto: Elena YarovayaKASPEROL PARADOX. Foto: Elena YarovayaKASPEROL PARADOX. Foto: Elena YarovayaKASPEROL PARADOX. Foto: Elena Yarovaya
KASPEROL PARADOX. Foto: Elena YarovayaKASPEROL PARADOX. Foto: Elena YarovayaKASPEROL PARADOX. Foto: Elena YarovayaKASPEROL PARADOX. Foto: Elena YarovayaKASPEROL PARADOX. Foto: Elena Yarovaya
KASPEROL PARADOX. Foto: Elena YarovayaKASPEROL PARADOX. Foto: Elena YarovayaKASPEROL PARADOX. Foto: Elena YarovayaKASPEROL PARADOX. Foto: Elena Yarovaya

 

Text: Anton Adassinsky
Foto: Elena Yarovaya

 

NOW - 15.03.2013 - in the Middle of White

15. 03. 2013, 23:59 | by DEREVO
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I was quite full of wonder after my brief visit to Moscow to the Lumiere Gallery.

I hadn’t expected that so many people were still able to walk slowly and speak gently, to look into your eyes and even to listen to you without meddling with their iphones right in front of your face. I’m speaking of the visitors to the exhibition and to my gig there.

The exhibition Time of the Bells is a VERY GOOD one. Thank you to Nastya and all other organisers behind the scenes.

Meanwhile the DEREVO studio in Dresden has been turned into a filming location. A motion picture in progress is:

The Middle of White (working title)

Idea: Pavel Semchenko (AKHE)
Director: Pavel Semchenko
Cast: Anton Adasinsky (DEREVO)
Cameraman: Andrey Gladkikh
Assistant: Natalia Krymskaya
Producer: Pavel Semchenko

Big thanks to Elena Yarovaya and Isolde Matkey for their support with the boring administrative tasks.

We will tell nothing yet about the music. That will be a surprise.
Anton

(english text editor: Daniel Williams)

 

Pavel Semchenko & Anton Adasinsky.The Middle of White in progress.The Middle of White in progress.The Middle of White in progress.
The Middle of White in progress.The Middle of White in progress.The Middle of White in progress.The Middle of White in progress.
The Middle of White in progress.

 


 

LA DIVINA COMMEDIA - back in Dresden

Also the heavy metal performance by DEREVO is nearing:

29 – 31 March 2013 in Festspielhaus Hellerau, Dresden

The golden classic by DEREVO to be presented by the original cast & crew.

On stage:
Oleg Zhukovsky
Elena Yarovaya
Tatyana Khabarova
Anton Adasinsky

Sound: Dmitry Abramov
Light: Falk Dittrich

Tickets available On-Line via SAXTicket »

 


 

Bonus track for today’s NOW:

Anton Adasinsky performs his song Cat on Accordion from the Album DOPPIO live at Lumiere Centre in Moscow, 9th of March 2013. On stage are Alexandra, Veronika, Anton & Nikolay

Download the album DOPPIO here »

 

AKTUELL - 16.12.2012 - Die fünfte Sonne

16. 12. 2012, 23:20 | by DEREVO
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Wir sind mitten in den Proben für das Stück “Die Fünfte Sonne”.

Ja doch, wir wissen Bescheid! Über den Maya-Codex und den Kalender, und darüber, wie interessant es für alle wäre, wenn wir auf einmal verschwänden.

Wir wollen aber nicht verschwinden. Umso mehr, weil wir nicht Spanisch sprechen und längst nicht mehr wissen, an welche Götter wir glauben sollen.

Ein Gedanke drängt sich auf…

Irgendein Fiesling (ein Knilch), wahrscheinlich ein Südländer, hatte verhindert, dass sein Sohn die Sonne zu sehen bekam, bevor er das fünfzehnte Lebensjahr erreichte, nur um dessen Reaktion beim Anblick der Sonne!! – und des Sonnenuntergangs!! - zu beobachten.

Wie wird der Junge reagieren, wenn das Licht untergeht?

Der feierliche Moment ist gekommen, die Sonne geht unter, der Junge aber sagt: “Keine Angst, sie kommt wieder!”

Genau daran arbeiten wir zurzeit mit Freuden …

Einige Fotos aus dem Arbeitsprozess.

 

Probe 5. Sonne. Dez. 2012. Foto: Natalia Krimskaja
Probe 5. Sonne. Dez. 2012. Foto: Natalia KrimskajaProbe 5. Sonne. Dez. 2012. Foto: Natalia KrimskajaProbe 5. Sonne. Dez. 2012. Foto: Natalia Krimskaja
Probe 5. Sonne. Dez. 2012. Foto: Natalia KrimskajaProbe 5. Sonne. Dez. 2012. Foto: Natalia KrimskajaProbe 5. Sonne. Dez. 2012. Foto: Natalia KrimskajaProbe 5. Sonne. Dez. 2012. Foto: Natalia Krimskaja
Probe 5. Sonne. Dez. 2012. Foto: Natalia KrimskajaProbe 5. Sonne. Dez. 2012. Foto: Natalia Krimskaja

 

Design und Ideen: Pavel Semchenko (AKHE), Anton Adassinsky und Elena Yarovaya (DEREVO).

 

Text: Anton Adassinsky
Übersetzung: Rainer Jäckel
Fotos: Natalia Krimskaja

 

DEREVOs Dezember in Dresden

31. 10. 2012, 22:29 | by DEREVO
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DEREVO. Zwischen den Zeiten VII (2012)

Seit 2003 am Festspielhaus Hellerau ansässig, lädt DEREVO zum siebenten Mal hierher ein, den Jahresausklang ZWISCHEN DEN ZEITEN mit Premieren und Aufführungen gemeinsam mit dem Publikum zu begehen!


20. - 22. Dezember 2012, 20 Uhr

“Die Fünfte Sonne”

Eine neue Arbeit von Anton Adassinsky & DEREVO. Bühnenbild von Pavel Semtchenko (AKHE)

Abstrakte Märchen und Mythen, die erfreuen nur Gelehrte und Kinder. Leidenschaftlich diskutiert werden jedoch diejenigen, in denen vom Weltende erzählt wird… Die Sintflut, das Feuer vom Himmel, der Irre Meteorit. Und schließlich der Maya-Kalender, das Ende des Fünften Sonnenzyklus am 21.12.2012. (Unsere Premiere ist am 20. Dezember. Keine Sorge!)

Ja. So ist es. Alles geschieht zu seiner Zeit. Mit uns allen.
Vorausgesetzt, dass wir wirklich LEBEN,
Dass die Zeit in eine Richtung läuft
Und ich verstehe, WAS ich schreibe.
Genau das möchte ich bezweifeln.

Anton Adassinsky

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28. Dezember, 20 Uhr

“Sake, Mond und Pferd”

Dreiteiliger Soloabend von Anton Adassinsky mit unwiederholbaren Improvisationen:

«Weil ich sie nicht exakt wiederholen kann». Anton

Im ersten Teil geht es um den Einfluss von Sake auf die Wahrnehmung des Mondes. Das Pferd hat nichts damit zu tun.

Der zweite Teil handelt vom Mond im Zustand von Sake. Das Pferd taucht in weiter Ferne auf.

Im dritten Teil werden keinerlei Betrachtungen bezüglich Sake angestellt. Das Pferd nähert sich und es stellt sich heraus, dass es ein Schimmel ist.

Während die Zuschauer applaudieren, wird klar, dass Sake der Name eines Mädchens ist.

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29. - 30. Dezember, 20 Uhr

HARLEKIN

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Karten On-Line bestellen bei SAXTicket »

oder unter: 0351 8893884

Tour-Plan aktualisert: St. Petersburg, Terschelling, Dresden, Edinburgh

06. 05. 2012, 12:53 | by DEREVO
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DEREVOs Tournee-Plan wurde aktualisiert, genau wie Anton in seinem jüngsten Text ‘voraussagte’.

Sie können die Seite mit dem Tournee-Plan unter diesem Link finden »

Der Plan für den Sommer 2012 steht fest.

DEREVO School on Wheels kommt auf die Insel Terschelling zum OEROL Festival und nach Dresden zum Scheune Schaubudensommer.

“MEPHISTO WALTZ” wird im Rahmen der “Russian Season” auf dem Edinburgh Fringe Festival in Schottland gezeigt.

Jetzt darf der Sommer kommen…

 

Foto von Elena Yarovaya

 

 

 

AKTUELL - 23.02.2012 - Noah’s Ark

23. 02. 2012, 23:55 | by DEREVO
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Im System «DEREVO» gibt es eine ganze Serie von Übungen, die der Arbeit mit Ankern gewidmet sind: mit Gewohnheiten, Vorlieben, Verpflichtungen, Wünschen…

Diese Übungen habe ich mit Vergnügen (mit deren freudiger Zustimmung) an einer einzigen Versuchsperson ausprobiert. Und dieser Mensch ist glücklich und froh geworden, mehr als zuvor. Für die Mitmenschen wurde er zu einer nutzlosen, aber furchtbar interessanten Gestalt.

 

Photo - Oleg ZhukovskyPhoto - Oleg ZhukovskyPhoto - Oleg Zhukovsky

 

Dieser Mensch erscheint in meinem Leben selten. Und stets im rechten Moment.
Ich betrachtete den Schriftzug „Ketzal. Zweites Kapitel“.

Ich hatte das Gefühl, dass sich einige Menschen in der Welt in diesem Moment ebenfalls unruhig umschauen.

Das Telefon klingelte, nicht das Handy, sondern das seit Langem nutzlose Bürotelefon. Er war es, der anrief und fragte, ob er im Studio wohnen könne.

Er kam mit einem Rucksack, war wieder fröhlich. Im Hof hob er ein Erdloch aus, darüber schlug er ein Zelt auf. Den ganzen Tag salzte er Kraut ein, sang und kehrte.
Wenn ich nach links gehe und er nach rechts, dann treffen wir uns nach einer Erdumrundung wieder.

So sind wir uns begegnet, und wir haben gemeinsam „La Divina Commedia“ geschaffen. Einige Jahre danach „Islands“.

 

Photo - Oleg ZhukovskyPhoto - Oleg ZhukovskyPhoto - Oleg Zhukovsky

 

Zu dem Erdloch erklärte er, dass er herausfinden wollte, warum Bären an ihren Pfoten saugen, was es mit der Verlangsamung der Funktionen des Organismus auf sich hat und allein schon damit, dass man sich unterhalb des menschlichen Tätigkeitsfeldes befindet. Er bat mich, die Abdeckung darüber zu schieben und sie mit Erde zu bedecken, und er gab zu bedenken, dass auch Gott die Mühe nicht gescheut hätte, die Arche Noah eigenhändig von außen mit Pech zu verkleistern.

Die Arche Noah…

Sicher kennen Sie diese Geschichte. Es gibt da so eine Stelle. Es war beschlossen, dass die Erde vom Unrat gereinigt wird. Aber der Herr konnte dieses Gemetzel nicht anrichten, solange sein Erstgeborener am Leben war. Darum wartete er, bis Adam gestorben war…
Ich deckte die Höhle mit Erde zu und wunderte mich über den frühlingshaften Humusgeruch. Alles fügte sich zueinander.

Also: „Ketzal. Zweites Kapitel. Noah’s Ark“

 

Photo - Oleg ZhukovskyPhoto - Oleg ZhukovskyPhoto - Oleg Zhukovsky

 

Dieser Mensch heißt Oleg Zhukovsky. Einst hatte er in Petersburg „The Rider“ gesehen und war die ganze nach durch Pfützen gesprungen; am Morgen fuhr er uns nach.

Mit demselben Rucksack.

Es ist ein gutes Zeichen, dass er wiedergekommen ist.

 

Photo - Oleg ZhukovskyPhoto - Oleg Zhukovsky

 

Text: Anton Adassinsky
Übersetzung: Rainer Jäckel
Fotos: Oleg Zhukovsky

 

KETZAL. Teil II. Noah’s Ark

Preview:
9. - 11. März 2012, Fabrik Potsdam, Potsdam (DE)
Karten Online »

Preview:
22. März 2012, Music Hall, St. Petersburg (RU)
Karten Online » [ru]

Premiere:
6. - 8. April 2012, Festspielhaus Hellerau, Dresden (DE).
Karten Online »

Premiere:
12 - 14 April 2012, Schaubühne Lindenfels, Leipzig (DE).
Karten Infos »

 

 

Als Gestern Heute war (AKTUELL - Archiv) »»

 

AKTUELL - 21.04.2011 - 3 in 1

21. 04. 2011, 22:51 | by DEREVO
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AKTUELL - Archiv

Ich, Anton Adassinsky, bin bei DEREVO für die aktuellen Texte zuständig.
Alle treiben mich an.

Da habe ich zum Beispiel über den Traum von einem Tunnel geschrieben. Daniel hat gesagt: “Es reicht nun mit diesem Roman in der ersten Person, die Leute brauchen etwas Greifbares: wir waren da und da, wollen da und da hin, haben das und das gemacht…”

Ich habe geschrieben, wo wir gewesen sind und was wir vorhaben.

Lena Iarovaia hat gesagt, dass “das auch so jeder weiß, und dass sich die Scholle mittels Wellenbewegungen im Sand eingräbt…”

Also habe ich über die Scholle geschrieben. Sie gibt sich bei mir als Larve aus.

Ich bin fix und fertig.

Kurzum, lesen Sie alles der Reihe nach. Es war einfach eine aufregende Aprilwoche.

 


 

Wir waren in St. Petersburg.

“Harlekin”, “Mephisto Waltz”, der Meisterkurs (gut besucht, ca. 60 Teilnehmer). Danach vier Tage Phantasien zum Thema “Tropfen im Ozean”.

Jetzt bin ich wieder in Dresden gelandet.

Wissen Sie, ich werde nie krank. Ich meine, ich habe nie irgendeine Grippe oder Angina. Und auf einmal – hoppla! Ich werde wach und mir ist klar, dass ich nirgendwo hin will. Ich will nicht ins Theater. Ich will Fenimore Cooper lesen … und ich will ein Thermometer … und es sagt mir, dass ich 38 ° Fieber habe.

So vergingen zwei Tage. Für mich ist das genauso, wie wenn ich mich selbst in der Zeitung lese. Ungewohnt, aber wunderbar!

Ist das der Frühling? Ja? Wirklich? Der Frühling?

 


 

In der Geschichte vom Traum in der Künstlergarderobe habe ich es nicht für nötig erachtet am Ende den Lauf durch den Tunnel zu beschreiben.

Jetzt, nach einer Woche in St. Petersburg, will ich sie fertig schreiben.

Ich habe einen Freund (ich bin zu beneiden!) Er heißt Igor Timofejew und wohnt in Oserki. Er besitzt ein Häuschen, eine Sauna und achtundzwanzig Gitarren.

Dieser Ort ist meine Höhle, und wenn ich es nicht mehr ertragen kann fremde Herzen schlagen zu hören, ziehe ich mich dorthin zurück. In die Sauna.

Dort steht alles still, was man nur aufzählen kann. Worte und Handlungen ändern und verlieren ihren Sinn. Wir unterhalten uns, aber wir kennen das Thema nicht und haben es uns auch nicht ausgesucht.

Er hatte einen Traum.

Wie er ihn erzählt hat, das gehört zur Saunasprache.

„Es stieg am Horizont auf der Himmel verfärbte sich dort scheinbar wie es sein soll und auf einmal wie gemalt unwirklich und ein großes Stück das Hemd habe ich aufgeknöpft um den Schlag zu empfangen es bleiben so zwanzig Sekunden erst kommt das Licht ich schließe die Augen dann das Geräusch und in dem Geräusch wird mir klar ich stehe und warte und dann schlägt die Druckwelle zu die Luft ist gekrümmt und gerippt ich sehe das riesige verspielte Zusammendrücken einer Ziehharmonika man könnte es anfassen und die Augen fliegen ihm entgegen und ich verstehst du!! Ich fliege durch den Atomschlag hindurch und unter mein Gestell mein Gerippe alles ist weggespült verstehst du?? Weggespült und die Augen groß aufgeblasen ungefähr fünf Meter und ich muss sie irgendwie verdrehen…“

Und ich erinnere mich wieder an den Rest meines Traums. Ich hatte ihn eigentlich nie vergessen.

Ich laufe hinter Pierrette her zur Bühne. Es ist ein langer Tunnel. Sie ist leichter, schneller, ich kann sie nicht einholen. Und ich versuche schon nicht mehr sie einzuholen, ich laufe einfach. Gleichmäßig, wie ein Uhrwerk.

Es ist ein Lauf in Richtung Bühne. Ich drücke im Laufen einen Kuss auf meine Schulter. In entgegengesetzter Richtung taucht rechts an der Wand ein riesiges „G“ auf, dann ein „N“. Mir ist klar, dass ich mir die Buchstaben einprägen muss, weil ich vom Ende der Worte aus losgegangen bin. „Wärmeregelung“. Jetzt lief ich genau auf ein rotes Leuchten zu. Es lief sich leicht. Ich lächelte, als mir bewusst wurde, dass ich auf einen Magnet zu fliege. Ich bewege die Beine, nur um mir nicht eingestehen zu müssen, dass ich fliege.

Wir legten unsere Träume zusammen. Weiter kann ich mich nicht erinnern.

Nastja sagte etwas von einem Schmetterling, der eine Blüte ohrfeigt. Wir warfen ihr vor, dass sie Männerprobleme poetisch verkläre, aber das Bild dieser Nacht fügte sich zusammen: ein Schmetterling und der hysterische Kuss einer Glühlampe…

 


 

Ode an einen Eintags-Schmetterling

Du liegst, ein Würmchen, im Kokon verborgen!
So rinnt dein Leben hin ganz ohne Eile.
Hast nie den Lenz erblickt, unnützes Wesen!
Du glaubst, du könntest ewig so verweilen!

So schön und still ist’s hier,
Ein Jahr, ein zweites,
Doch da: ein Luftzug und ein jähes Knacken!
Schrei, Würmchen! Denn so kommt der Tod!
Dein Schild zerbirst, dir graut, dich packt die Angst!
Des Schildes Trümmer trägt der Wind davon!

Bist du nun tot? Du lebst!
Was ist es dann?
Wo ist das Haus? Wo ist die dürre Enge?
Und wieder kracht es wie ein Donnerhall!

Auf deinem Rücken breiten sich zwei Flügel aus,
Schon fliegst du, und du singst!
Am Himmel zieht dein Tag dahin im Winde
Unter der Sonne dieser Welt…

Du meinst, dies sei der Tod?
Es ist das Leben!
Für eines Tages Spanne!

 


 

MEPHISTO WALTZ. Photo - Elena DolmatovaMEPHISTO WALTZ. Photo - Roman EkimovPhoto - Elena YarovayaTOTENTANZ 2011. Photo - C. Friedlander
Photo - Elena YarovayaTOTENTANZ 2011. Photo - C. FriedlanderMEPHISTO WALTZ. Photo - Elena DolmatovaMEPHISTO WALTZ. Photo - Elena Dolmatova

Text: Anton Adassinsky
Übersetzung: Rainer Jäckel
Foto: Elena Yarovaya, C. Friedlander, Lena Dolmatova, Roman Ekimov
Bilddesign: Elena Yarovaya

 


 

Im Mai hoffen Anton und die Positive Band die versprochene CD “Katze auf der Knopfharmonika” fertig zu bekommen. In der Zwischenzeit können Sie sich das neue Video von Andrej Gladkikh zum Titel “Jahreszeiten” von Andrej Sisinzev, Nikolaj Gussev und Anton Adassinsky ansehen.

 

TROPFEN im OZEAN. 21.-23. April 2011, Hellerau, Dresden

18. 04. 2011, 23:32 | by DEREVO
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in 2 Tagen geht es los…

DEREVO: DROP in the OCEAN / TROPFEN IM OZEAN / КАПЛЯ В ОКЕАНЕ
Festspielhaus Hellerau Dresden
Premiere 21. April 2011, 20.00 im Rahmen der 20. Tanzwoche Dresden
Aufführungen am 22. / 23. April 2011, 20.00 Uhr

TROPFEN IM OZEAN Uraufführung!

Bühne / Kostüme / Inszenierung DEREVO
Künstlerische Leitung Anton Adassinsky
Musikalische Leitung / Komposition Nikolai Gussev
Lichtddesign Igor Fomin
Sounddesign Daniel Williams

DEREVO mit Elena Yarovaya, Anton Adassinsky, Alexey Merkouchev und Oleg Zhukovskiy sowie aus St. Petersburg Nikolai Gusev (keyboards), Igor Timofeev (perc., guit) und Tatiana Belousova, Nadeshda Lanskaia, Anastasiya Ponomarova, Aleksei Lanskoi (Tanz).

Projektmanagement Isolde Matkey
Herstellung Kostüme Anne Frumson
Herstellung Requisiten Andrej Bobylew
Assistenz Elena Dolmatova, Ekaterina Lobanova

Technischer Leitung Kai Kaden / Produktionsleitung Andreas Lorenz
Bühnenmeister Steffen Köhler
Licht Falk Dittrich
Ton Helge Petzold, Sandro Schwertner
Bühne Peter Tirpitz, Welko Dimitrow

„In einem kleinen Städtchen lebte ein Mann Namens Petrowitsch. Er träumte davon, Gott zu begegnen. Weil aber Gott in nächster Zeit nicht vorhatte, die Erde zu besuchen, beschloss Petrowitsch, sich selbst zu ihm auf den Weg zu machen.

Und so baute Petrowitsch eine Rakete. So gut er es eben konnte. Nach Ratschlägen, nach Büchern, nach alten Fotos. Schließlich war die Rakete fertig. Und Petrowitsch richtete das letzte Abendmahl an. Auch Gäste und Freunde kamen und sie feierten drei Tage und drei Nächte lang und nochmals drei Tage. Danach wurde Petrowitsch krank. Und während er krank war, klauten die Nachbarn den Motor und die Kinder malten die Rakete mit Farbe an.

Bis er sie repariert hatte, war es Winter geworden und im Winter fliegen die Raketen nicht. Also musste er auf den Sommer warten. Damit der Rakete nichts passiert, beschloss Petrowitsch, sich in ihr einzurichten… Und er träumte in der Rakete, dass er schon weit-weit fort wäre, von den Freunden, von den Sorgen und von der Erde …“ (A. Adassinsky)

Die neue Arbeit der in Dresden beheimateten russischen Künstler ist ein bewegtes, musikalisches Bühnenstück, das sich einer interessanten Richtung widmet: der modernen russischen Folklore. Gleichzeitig ist sie ein nostalgischer Beitrag zu 50 Jahren bemannter Weltraumflug und zum 50jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft St. Petersburg – Dresden. Held der Reisen in eine gemeinsame Vergangenheit ist Petrowitsch. Er hat sein Träume nicht vergessen, baut im grauen Hinterhof noch immer an Raketen, die ihn einmal bis in den Kosmos tragen werden…


Veranstalter:
HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden.
Informationen: www.hellerau.org.


Tickets 19,- € / 10,- € an allen Dresdner Vorverkaufskassen, unter www.dresdenticket.de oder Tel. 0351-8627390.

Die Uraufführung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.
Theater DEREVO wird institutionell gefördert durch die Landeshauptstadt Dresden / Amt für Kultur und Denkmalschutz. In Kooperation mit HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden. Unterstützt durch Ostsächsische Sparkasse und die Abteilung Europäische und Internationale Angelegenheiten der Landeshauptstadt Dresden

The premiere has been supported by the Culture Foundation of the Free State of Saxony

Karten Online - Dresden / St. Petersburg / Dresden

16. 02. 2011, 00:17 | by DEREVO
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Bei +10 Grad in Dresden noch vor einigen Tagen und bei -24 in Sankt Petersburg hier und jetzt sehen wir dem herannahenden Frühling unerschrocken entgegen.

Inzwischen sind die Karten für die nächsten DEREVO-Vorstellungen in Dresden und in St. Petersburg bereits im Internet erhältlich.

  • TOTENTANZ 2011 in Dresden (18./19. März, Dreikönigskirche Dresden)
  • MEPHISTO WALTZ - Russland-Premiere (22./23. März, Theater “Lizedei”, St. Petersburg)
  • HARLEKIN (24. März, Theater “Lizedei”, St. Petersburg)
  • TROPFEN im OZEAN - Premiere (21. - 23. April, Festspielhaus Hellerau, Dresden)
Karten für die Vorstellungen in Dresden sind erhältlich unter:
http://www.dresdenticket.de/derevo

Karten für die Vorstellungen in Sankt Petersburg können direkt über DEREVO bestellt werden: http://www.derevo.org/live/tickets (Russisch)

Wir möchten gleichzeitig an das Jubiläumskonzert der Gruppe AVIA und der Körperkulturgruppe AVIA unter Leitung von Anton Adassinsky erinnern, das am 26. Februar 2011 im Klub „Kosmonaut“ in Sankt Petersburg stattfindet. Nähere Informationen und Kartenbestellung über die Webseite des Klubs (Russisch).

 

DEREVO in St Petersburg, März 2011

Dresdner Totentanz 2011

 

Übersetzung: Rainer Jäckel